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Nach NIS2 und dem EU AI Act kommt der Digitale Produktpass. Das EU-DPP-Register ist jetzt verfügbar

  • 25. Juli
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 2 Tagen


Nach der NIS2-Richtlinie und dem EU AI Act rückt eine weitere europäische Regulierung in den Fokus produzierender Unternehmen: der Digitale Produktpass (Digital Product Passport, DPP).

Mit der Bereitstellung des EU-DPP-Registers hat die Europäische Kommission einen wichtigen Meilenstein erreicht. Das Register steht seit Juli 2026 für Test- und Integrationszwecke zur Verfügung und bildet künftig die zentrale Infrastruktur für die Registrierung Digitaler Produktpässe. Auch wenn die gesetzlichen Verpflichtungen schrittweise eingeführt werden, zeigt dieser Schritt deutlich: Der Digitale Produktpass ist kein Zukunftsthema mehr – die Vorbereitungsphase läuft bereits.



Die ersten Fristen stehen fest

Den Rechtsrahmen bildet die Ecodesign for Sustainable Products Regulation (ESPR). Im Unterschied zu vielen anderen europäischen Regelwerke wird der Digitale Produktpass jedoch nicht für alle Produkte gleichzeitig eingeführt, sondern schrittweise für einzelne Produktgruppen.

Die erste verbindliche Frist betrifft Batterien.

Ab 18. Februar 2027 wird der Digitale Produktpass verpflichtend für:

  • Batterien für Elektrofahrzeuge

  • Bestimmte Industriebatterien

  • Batterien für leichte Verkehrsmittel (z. B. E-Bikes)

Weitere Produktgruppen wie Textilien, Möbel, Reifen, Stahl, Aluminium oder Elektronik folgen schrittweise über Delegierte Rechtsakte der Europäischen Kommission.


Das Register ist nur ein Baustein

Mit dem EU-DPP-Register können Hersteller, Softwareanbieter und Integrationspartner ihre technischen Anbindungen bereits heute testen und sich auf die zukünftigen Prozesse vorbereiten.

Wichtig ist dabei: Das Register speichert nicht den eigentlichen Digitalen Produktpass.

Es verwaltet eindeutige Produktkennungen sowie Verweise auf die jeweiligen Produktpässe. Die eigentlichen Produktinformationen verbleiben grundsätzlich beim Hersteller oder einem entsprechenden DPP-Serviceanbieter.

Damit schafft die Europäische Union die technische Infrastruktur für einen standardisierten und interoperablen Digitalen Produktpass.


Die eigentliche Herausforderung liegt in den Produktdaten

Es geht darum, vollständige, konsistente und nachvollziehbare Produktinformationen über den gesamten Lebenszyklus hinweg bereitzustellen.

Typische Fragestellungen sind dabei:

  • Wo befinden sich die relevanten Produktdaten?

  • Sind die Daten vollständig und aktuell?

  • Welche Informationen müssen Lieferanten bereitstellen?

  • Wer trägt die Verantwortung für Datenqualität und Datenpflege?

  • Wie lassen sich ERP-, PLM-, MES-, PIM- und weitere Systeme miteinander verbinden?

Gerade bei komplexen Produkten und internationalen Lieferketten zeigt sich schnell, dass der Digitale Produktpass vor allem ein Daten- und Organisationsprojekt ist.

Zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren gehören:

  • klare Verantwortlichkeiten für Produktdaten,

  • eine belastbare Data Governance,

  • integrierte Systemlandschaften,

  • standardisierte Prozesse sowie

  • eine frühzeitige Projektplanung.

Unternehmen, die diese Grundlagen rechtzeitig schaffen, reduzieren nicht nur den späteren Umsetzungsaufwand, sondern verbessern gleichzeitig ihre Datenqualität nachhaltig.


Mehr als Compliance

Der Digitale Produktpass wird häufig ausschließlich unter regulatorischen Gesichtspunkten betrachtet.

Dabei eröffnet der Aufbau einer strukturierten Produktdatenbasis zusätzliche Potenziale:

  • höhere Datenqualität,

  • mehr Transparenz in der Lieferkette,

  • bessere Rückverfolgbarkeit,

  • effizientere Service- und Reparaturprozesse,

  • Unterstützung der Kreislaufwirtschaft sowie

  • eine Grundlage für zukünftige datenbasierte Geschäftsmodelle.

Compliance wird damit nicht zum Selbstzweck, sondern zum Ergebnis einer modernen Produktdatenstrategie.


Wer frühzeitig beginnt, schafft nicht nur die Voraussetzungen für die regulatorische Compliance, sondern verbessert gleichzeitig die Transparenz, Effizienz und Zukunftsfähigkeit seiner Produktdaten.

 
 
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