Ab Februar 2027 wird der Digitale Batteriepass Pflicht. Jetzt beginnt die Umsetzung des Digital Product Passport
- 6. Aug.
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Aktualisiert: vor 1 Tag

Mit dem Digitalen Batteriepass startet die Europäische Union erstmals verpflichtend den Digital Product Passport. Für Hersteller und Anbieter bestimmter Batterien endet die Vorbereitungszeit am 18. Februar 2027. Doch die Umsetzung beginnt nicht erst jetzt – Industrie, Forschung und Standardisierung arbeiten bereits seit mehreren Jahren an den notwendigen Grundlagen.
Der erste verpflichtende Digitale Produktpass Europas
Mit der EU-Batterieverordnung (EU) 2023/1542 wird der Digitale Batteriepass ab 18. Februar 2027 für bestimmte Batterien verpflichtend. Jede betroffene Batterie erhält einen digitalen Datensatz, der über einen QR-Code abrufbar ist und Informationen über Herkunft, technische Eigenschaften, Materialzusammensetzung, CO₂-Fußabdruck, Recyclinganteile sowie Hinweise zu Reparatur, Wiederverwendung und Recycling enthält.
Ziel ist es, Transparenz über den gesamten Lebenszyklus einer Batterie zu schaffen und gleichzeitig die Kreislaufwirtschaft sowie die Rückverfolgbarkeit kritischer Rohstoffe zu stärken.
Welche Batterien sind betroffen?
Die Verpflichtung gilt zunächst für ausgewählte Batterieklassen:
Batterien für Elektrofahrzeuge (EV)
Industriebatterien mit einer Kapazität über 2 kWh
Batterien für leichte Verkehrsmittel (LMT), beispielsweise für E-Bikes, E-Scooter oder E-Mopeds
Stationäre Batteriespeicher
Nicht betroffen sind derzeit klassische Gerätebatterien wie AA- oder AAA-Batterien sowie Knopfzellen.
Mehr als ein QR-Code
Der Digitale Batteriepass ist weit mehr als eine digitale Produktbeschreibung. Die erforderlichen Informationen stammen aus unterschiedlichen Quellen – vom Batteriehersteller über Zulieferer bis hin zu Recyclingunternehmen. Damit der Datenaustausch über Unternehmensgrenzen hinweg funktioniert, braucht es gemeinsame Datenmodelle, Standards und interoperable Schnittstellen.
Genau an diesen Grundlagen wird seit mehreren Jahren gearbeitet.
Die Industrie schafft bereits die Voraussetzungen
Mehrere nationale und europäische Initiativen entwickeln derzeit die technischen und organisatorischen Grundlagen für den Digitalen Batteriepass:
Catena-X entwickelt im Automobilsektor gemeinsame Standards für den sicheren Datenaustausch entlang der gesamten Lieferkette. Der Batteriepass gehört zu den wichtigsten Anwendungsfällen.
Das Battery Pass Consortium hat Referenzmodelle und Pilotprojekte entwickelt und damit wesentliche Grundlagen für die spätere europäische Umsetzung geschaffen.
Das EU-Projekt CIRPASS untersuchte die praktische Einführung des Digital Product Passport für Batterien, Elektronik und Textilien und entwickelte Empfehlungen für Datenmodelle und Governance.
Die Industrial Digital Twin Association (IDTA) standardisiert auf Basis der Asset Administration Shell (AAS) digitale Produktmodelle, die künftig auch den interoperablen Austausch von Batteriepassdaten unterstützen sollen.
Darüber hinaus arbeiten zahlreiche Industrieunternehmen – darunter Mercedes-Benz, BMW, Volkswagen, BASF, Bosch, Siemens und SAP – bereits an konkreten Lösungen und Pilotprojekten, um die regulatorischen Anforderungen in ihre Produkt- und Lieferketten zu integrieren.
Fazit
Mit dem Digitalen Batteriepass wird der Digital Product Passport erstmals verpflichtende Realität. Unternehmen, die betroffene Batterien herstellen oder in Verkehr bringen, sollten die verbleibende Zeit bis Februar 2027 nutzen, um ihre Produktdaten, Lieferketten und IT-Systeme auf die neuen Anforderungen vorzubereiten.
Batterien sind dabei erst der Anfang. Im Rahmen der europäischen Ökodesign-Verordnung (ESPR) wird der Digitale Produktpass schrittweise auf weitere Produktgruppen ausgeweitet. Welche Branchen als Nächstes betroffen sind und welche Auswirkungen dies auf Industrie und Handel haben wird, folgt zu gegebenem Anlass.


